Protokoll des Treffens "Rettet die Villa" am 9. November 2009 im Bürgertreff "Die Villa"
Anwesend:Raimond Pigan (Förderverein Villa+Angertreff)
Maribel Mendez (Spanischsprachige Mutter-Kind-Gruppe)
Friederike Pickelmann (Förderverein Villa+Angertreff)
Christine Brehm (Förderverein Villa+Angertreff)
Giuseppe Andolina (Italienisch-Deutscher Verein)
Salvatore Sorriento (Italienisch-Deutscher Verein)
Wolfgang Winkler (Grüne Liste)
Christian Kallenbach (Theater Brotkäfer)
Käthe Gegner-Kienzle
Erika Steckert
Anselm Bröse
Albert Kerz
Karin Depner
Angela Simsek (Dorsas)
Doris Iberl (SHG Anfallskranker)
Günter Sonnleitner (Centro Argentino)
Andrea Löffler (Förderverein Villa+Angertreff)
Thomas Schröck (Förderverein Villa+Angertreff)
Elisabeth Haag (Förderverein Villa+Angertreff)
Heinz Szabo (Ausländer- und Integrationsbeirat)
George W. Mills (Ausländer- und Integrationsbeirat)
Anne Sommer (Bürgertreff Die Villa)
Mareike Jädicke (Förderverein Villa+Angertreff)
Klaus Probst (Bürgertreff Die Villa)
Entschuldigt:
Cornelia Beyer (Förderverein Villa+Angertreff)
Herbert Duschner (Förderverein Villa+Angertreff)
Teresa Diaz de Wulff (Förderverein Villa+Angertreff)
Marianne Vittinghoff
Maria Singer de Ortega
Karl-Heinz Miederer (ACCESS)
Gerd Worm (AngerSPD)
Matthias Haag (Erlösergemeinde)
1. Begrüßung und aktueller Stand
Um eine Betriebserlaubnis für den Bürgertreff, die Lernstube und die Jugendsozialarbeit zu erhalten, sind nach den aktuellen Vorschriften Maßnahmen zur Verbesserung der Statik und des Brandschutzes notwendig, die auch den Anforderungen des Denkmalschutzes entsprechen müssen. Angesichts der Finanzkrise der Kommune und einem Platzbedarf, der sich nicht mehr in der Villa unterbringen lässt, hat sich das Jugendamt dazu entschlossen mit der Hauptschullernstube und der Jugendsozialarbeit nach Ersatzräumen am Anger zu suchen.Das Kultur- und Freizeitamt möchte die Villa als Standort am Anger erhalten:
- Die soziale Situation im Stadtteil hat sich in den letzten Jahren trotz Gebäudesanierung nicht entschärft. Nach aktuellen Statistiken sind sowohl die Arbeitslosenquote, als auch der Anteil von Hartz IV Empfängern, Alleinerziehenden und Ausländern mit am Höchsten in Erlangen. Über die Hälfte der Menschen am Anger haben Migrationshintergrund, jedes 3. Kind wächst nur mit einem Elternteil auf und für jedes 4. Kind wird Hartz IV bezahlt.
- In dieser Situation leisten die kostengünstigen und niedrigschwelligen Angebote in der Villa für Kinder, Jugendliche und Erwachsene einen wichtigen Beitrag zu Integration, bürgerschaftlichem Engagement und kultureller Bildung im Stadtteil.
- Über 20 verschiedene Gruppen, Initiativen und Vereine nutzen die Villa aktuell: deutsch-ausländische Kulturvereine, Selbsthilfegruppen, Eltern-Kind-Gruppen und Projekte. Ersatzräume stehen in diesem Umfang nicht zur Verfügung.
- Für viele Bürgerinnen und Bürger am Anger und in der Spinnereisiedlung ist die Villa das Zentrum in ihrem Stadtteil. Die Villa liegt verkehrsgünstig, hat Flair, der angrenzende Park mit kleinem Amphitheater ist eine Oase mitten in der Stadt.
- Während die Wahlbeteiligung am Anger mit ca. 50% bei der letzten Bundestagswahl und 30 % bei der Europawahl extrem niedrig ist, engagieren sich viele Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich in der Villa und den anderen Stadtteileinrichtungen. Dieses Bürgerengagement muss erhalten und eine Beteiligung an der Sanierung angestrebt werden.
- Mit einer Art Kosten-Nutzen-Rechnung den Wert der Villa und der Angebote transparent machen
- Die ehemalige Direktorenvilla der Fa. ERBA ist ein wichtiger Teil der Erlanger Industrie- und Stadtgeschichte und sollte als Denkmal einer vergangenen Industriekultur erhalten werden
2. Mögliche Varianten
- Generalsanierung vorziehen: Nach dem geplanten Auszug des Jugendamtes erfordert dies ein Nutzungskonzept für das 1. und 2. OG. Angedacht wird die Unterbringung des Angertreffs. Dies würde Mietkosten sparen und die Verwaltung vereinfachen. Allerdings würde dadurch ein Standort im Stadtteil entfallen. Eine andere Möglichkeit wäre die Einrichtung von Künstlerateliers. Die Kosten für eine Generalsanierung sind noch nicht genau beziffert. Inclusive eines Anbaus für das Jugendamt wurden in einer Vorentwurfsplanung 1,7 Millionen € veranschlagt.
- Sofortmaßnahmen für Brandschutz nur für den Bürgertreff. Hierfür werden ca. 130.000 € veranschlagt. In diesem Fall könnte eine unbefristete Genehmigung für den Bürgertreff im Erdgeschoss erreicht werden, aber weder 1. und 2. OG noch der Keller dürften genutzt werden.
- Kombination der Sofortmaßnahmen mit Ertüchtigung der Decken, um eine weitere Nutzung der oberen Geschosse nicht auszuschließen. Angestrebt würde dabei eine Art 1. Bauabschnitt einer zukünftigen Sanierung. Hierfür gibt es noch keine Kostenerhebung. Für konkrete Planung wäre auch ein Nutzungskonzept notwendig.
- Schließung der Einrichtung: Im Stadtteil müssten Ersatzräume gesucht, gefunden und hergerichtet werden. Die dafür notwendigen Aufwendungen und der Verlust der Villa und des angrenzenden Parks als öffentlicher sozialer und kultureller Raum wären die kostspieligen Folgen dieser Lösung.
- Zusätzlich die Kosten für einen 1. Bauabschnitt zur Generalsanierung zu ermitteln
- Zu ermitteln, welche Maßnahmen sich rechnen z. B. durch Energieeinsparungen und auf welche Maßnahmen bei einer Sanierung auch verzichtet werden könnte.
- Bei einem Nutzungskonzept für den oberen Stock auch externe Partner zu berücksichtigen z. B. das Sputnik-Projekt oder den Bedarf an Kindertagesstätten abzufragen,
- das Jugendamt davon zu überzeugen die Villa als Standort nicht völlig aufzugeben.
- Der Hinweis, dass bei einer Frankenhofsanierung ein zusätzlicher Raumbedarf für Gruppen und Vereine besteht und dies z. B. für die FDP das Argument ist, Gebäude in der Innenstadt vorläufig nicht zu verkaufen.
- Die Variante eines Verkaufs der Villa und Rückmietung durch die Stadt Erlangen ins Gespräch zu bringen
- Kontakte zur GEWOBAU
- Zuschussmöglichkeiten abzuklären
3. Gemeinsame Aktionen
Nachdem im Haushalt der Stadt Erlangen ein Fehlbetrag von 21 Millionen € ausgeglichen werden muss, sind gravierende Einsparungen unausweichlich. In dieser Situation zusätzliche Gelder für die Villa-Sanierung zu bekommen setzt voraus, Stadträtinnen und Stadträte aller Parteien von der Wichtigkeit und der Notwendigkeit der Angebote in der Villa zu überzeugen. Unseres Erachtens steht niemand der Einrichtung negativ gegenüber, aber es müssen Wege gefunden werden die erforderlichen Maßnahmen zu finanzieren. Eine breite Unterstützung verdeutlicht in diesem Zusammenhang auch, dass Bürgerinnen und Bürger bereit sind sich für die Villa einzusetzen und ihr Engagement auch in die Sanierung einbezogen werden könnte.Als konkrete Aktionen wurde beschlossen:
- Unterschriftensammlung. Die entsprechenden Listen wurden verteilt, neue Listen können unter www.rettet-die-villa.de (PDF) heruntergeladen werden. Einige Unterstützer gehen damit von Haus zu Haus, auch in anderen Einrichtungen z. B. im Bürgertreff Isarstrasse, den Jordan Apotheken und im Druckladen (Lorlebergplatz, Ecke Universitätsstraße 31) liegen Listen zum Unterschreiben aus. Ziel ist es durch möglichst viele Unterschriften das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an der Villa zu dokumentieren. Zur Zeit besprechen die Stadtratsfraktionen den Haushalt für das neue Jahr. Mittel für eine Sanierung und/oder Sofortmaßnahmen müssten darin eingebracht werden. Die endgültige Verabschiedung erfolgt Anfang Februar.
- Besuch der öffentlichen Sitzung des Kultur- und Freizeitausschusses am Mittwoch, den 25. November, ab 16 Uhr. Hier trifft sich der für den Bürgertreff zuständige Fachausschuss zu seiner öffentlichen Sitzung im 1. OG des Rathauses. Das Kultur- und Freizeitamt will in dieser Sitzung die Stadträtinnen und Stadträte zum aktuellen Stand bezüglich Villa informieren. Möglichst viele Betroffene aus Gruppen und Vereinen, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen zu kommen und ihr Interessse an der Villa zu zeigen. Gleichzeitig bekommen wir mit, wer wie über das Thema spricht.
- Überreichung der Unterschriftenlisten. Die Unterschriften sollen am Donnerstag, den 10. Dezember kurz vor
Beginn der öffentlichen Stadtratsitzung um 16.30 Uhr unserem OB überreicht werden.
Ort: Rathaus, 1. Obergeschoss, vor dem Sitzungssaal. Zu erledigen: Vorherige Information der Presse und des Oberbürgermeisters, mehrere Personen (Vertreter von Förderverein und anderen Gruppen, Anwohner) überreichen die Listen persönlich. Der ursprünglich anvisierte Termin am Donnerstag, den 26. November, wurde verschoben, da die Haushaltsberatungen erst im neuen Jahr stattfinden und wir so noch mehr Zeit haben, um Unterschriften zu sammeln. - Schreiben der Selbsthilfegruppe Epilepsie. Doris Iberl als Vertreterin der Selbsthilfegruppe kündigt ein Schreiben an den Oberbürgermeister und weitere Ansprechpartner im Stadtrat und der Verwaltung an.
- Schreiben der Gruppen und Vereine. In Ergänzung dazu wird sich ein von allen Gruppen und Vereinen unterzeichnetes Schreiben an den Stadtrat wenden. Jolanta Karpiel erklärt sich bereit, die Unterzeichnung zu koordinieren. Unabhängig davon wäre es gut, wenn sich weiterere Gruppen und Vereine persönlich oder per Anschreiben z. B. an die Stadtratsfraktionen wenden.
- Persönliche Gespräche mit Stadträtinnen und Stadträten. Der wohl beste Weg um unser Anliegen zu vertreten sind persönliche Gespräche. Bereitschaft dazu signalisierten Lissy Haag, Angela Simsek, Guiseppe Andolina und Raimond Pigan.
- Leserbriefe in den Erlanger Nachrichten sind ein gutes Mittel, um die Öffentlichkeit zu informieren und die Bedeutung der Villa hervorzuheben. Wer die bisher veröffentlichten Leserbriefe von Gerd Worm und Elisabeth Haag noch nicht kennt, kann sie auf unserer Homepage unter www.rettet-die-villa.de lesen oder im Bürgertreff einsehen.
- www.rettet-die-villa.de. Albert Kerz hat im Auftrag des Fördervereins für unser Anliegen eine eigene Homepage ins Netz gestellt. Hier finden sich alle Informationen und Termine, die auch ständig aktualisiert werden.
- Unterstützung signalisiert der Ausländer- und Integrationsbeirat der Stadt Erlangen
- Ein offener Brief von Künstlern und Kulturschaffenden (Koordination: Christine Brehm), eine Stellungnahme durch den Arbeitskreis Anger oder eine öffentliche Veranstaltung mit Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung sind weitere gute Ansätze.
- Buttons "Rettet die Villa". Peter Hörndl hat Druckvorlagen für uns gestaltet, der Druckladen sponsert die Farbkopien, von der Evang. Jugend haben wir die Buttonmaschine und der Stanzer kommt aus dem Stadtmuseum. 150 Buttons mit der Aufschrift "Rettet die Villa" wurden mittlerweile auch schon angefertigt und können zum Preis von 1 € in der Villa und im Angertreff erstanden werden. Auch einige Gruppenleiter haben Buttons zum Weiterverkauf mitgenommen. Weitere Gruppen könnten diesem Beispiel folgen, vielleicht könnten die Buttons auch noch in anderen Einrichtungen verkauft werden. Unser Anliegen wird damit zum Gesprächsthema und mit dem Erlös kann der Förderverein weitere Aktionen planen.
- Plakataktion "Rettet die Villa". Peter Hörndl hat auch ein entsprechendes Plakat für uns entworfen. Es könnte so wie es ist auf unser Anliegen aufmerksam machen. Mehrheitlich wurde allerdings befürwortetet diese Aktion vorläufig noch zurückzustellen und zur gegebenen Zeit z. B. mit einer Spendensammelaktion zu verbinden.
- Weitere Ideen zum Spendensammeln: Benefizveranstaltungen, Tombola z. B. bei (Weihnachts-) Feiern von Vereinen, Sponsorensuche. Diese Aktionen sollen dann weiterverfolgt werden, wenn es gelungen ist, den Stadtrat davon zu überzeugen, die Villa zu erhalten und die gespendeten Gelder dann auch wirklich in eine Sanierung fließen können.
4. Termine
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