Plakat Rettet die Villa zum Ausdrucken Mit einem großen Einweihungsfest wurde der Bürgertreff Die Villa am Sonntag, den 13. Mai wiedereröffnet. Zaubereien und Clownerie, Tanz, Weltmusik und eine Feuershow begeisterten die zahlreichen Gäste. "Die Bürger nehmen ihre Villa wieder in Besitz" schrieben die Erlanger Nachrichten.

Das Fest markiert das glückliche Ende eines knapp dreijährigen steinigen Weges. Dunkle Wolken hatten sich im Sommer 2009, kurz nach der Feier zum 25jährigen Bestehen des Bürgertreffs, über der denkmalgeschützten ehemaligen Direktorenvilla der Fa. Erba zusammengezogen. Ohne Maßnahmen zur Verbesserung des Brandschutzes und der Statik müsse der Betrieb der Einrichtung eingestellt werden, urteilte das städtische Gebäudemanagement. Die zunächst anvisierte Generalsanierung wurde mit 1,6 Millionen Euro veranschlagt. Angesichts der Finanzkrise nicht akzeptabel, verlautete es aus der Verwaltung und dem Stadtrat. Stattdessen wurde ein Verkauf der Villa ins Gespräch gebracht. Entsetzt schlossen sich der Förderverein, Nutzer der Einrichtung, Anwohner und andere Interessierte zur Aktion "Rettet die Villa" zusammen.
"Die Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu Integration, bürgerschaftlichem Engagement und kultureller Bildung im Stadtteil und darüber hinaus. Die Villa muss als soziokulturelles Zentrum erhalten bleiben!" so lautete die gemeinsame Forderung. Innerhalb weniger Monate wurden 1700 Unterschriften gesammelt und dem Stadtrat übergeben. Die Verwaltung erarbeitete Möglichkeiten einer kostengünstigeren Teilsanierung. Der Förderverein bot an, sich mit Eigenleistung und finanzieller Unterstützung in Höhe von 20.000 € an den Kosten zu beteiligen.
Plakat Rettet die Villa Neueröffnung zum Ausdrucken Monatelang zog sich die Entscheidung hin. Immer wieder stand das Thema auf der Tagesordnung im Erlanger Rathaus und immer wieder verfolgten interessierte Bürger die Beratungen. Die Erleichterung war groß als sich im Mai 2010 der Stadtrat mehrheitlich dafür aussprach die Villa zu erhalten. Man einigte sich schließlich auf einen Stufenplan, der im 1. Schritt nur die brandschutztechnische und statische Sanierung des Erdgeschosses vorsah. Die veranschlagten Kosten in Höhe von 153.000 € wurden in den Haushalt eingestellt, ebenso die Kosten für den 2. Schritt, die Dachsanierung in Höhe von 167.000 €. Die Sanierung der Zwischengeschosse wurde ausgesetzt und die dort untergebrachten Einrichtungen des Jugendamtes, eine Hauptschullernstube und die Jugendsozialarbeit am Anger, in ein Ersatzquartier ausgelagert.

Spenden, Sponsoring und bürgerschaftliches Engagement
Voller Eifer machte sich die Initiative zusammen mit den Mitarbeitern des Kultur- und Freizeitamtes daran ein Fundraising-Konzept zu erarbeiten. Es wurden Spenden gesammelt und Benefizveranstaltungen mit dem Theater Brotkäfer, Geraldino, dem Stefan Grasse Trio und dem Zauberer Wolfgang Klier vorbereitet und durchgeführt.
Ehrenamtliche organisierten im November 2010 in Eigenleistung den Umzug und begannen mit Abbrucharbeiten. Das Mobiliar wurde eingelagert. Die Gruppen und Vereine konnten zwischenzeitlich andere Einrichtungen nutzen. Doch der eingereichte Bauantrag wurde nicht genehmigt und der Baubeginn verzögerte sich auf das Frühjahr 2011.
Den zögerlichen Baufortschritt zum Trotz engagierten sich Ehrenamtliche und in 800 Stunden Eigenleistung für die Villa. Es wurden Tapeten und Farbschichten von den Wänden gekratzt, Fenster und Türen angeschliffen und neu lackiert. Nicht nur die Materialkosten konnten über Spenden finanziert werden. Großzügige Zuwendungen von Firmen, Stiftungen und Privatpersonen erbrachten insgesamt 40.000 €. Auch eine neuwertige Küche wurde gespendet, Lagerregale, Kopien, Druckwerke u.v.m.
Nachdem sich die Wiederherstellung des Bürgertreffs, aller Unkenrufe zum Trotz, nicht als "Fass ohne Boden" erwies, konnten im Auftrag des städtischen Gebäudemanagements auch die Böden erneuert und die Wände frisch gestrichen werden.
Bilder von den Arbeitseinsätzen und Benefizveranstaltungen und zur Villa finden Sie hier.

Aber auch nach Neueröffnung gibt es Einiges zu tun. Die Lagerräume im Keller müssen noch hergerichtet werden. Im Außenbereich stehen Verschönerungsarbeiten an. Auch bei der Organisation und Veranstaltungen sind wir auf Unterstützung angewiesen.
Haben Sie Lust bekommen mitzumachen? Könnten Sie sich ein Engagement vorstellen? Dann freuen wir uns auf ein Gespräch.

E-Mail: foerderverein@villa-angertreff.de

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